Die interviewten Poliere und Vorarbeiter fürchten jedoch Mehraufwände bei der Kommunikation und Koordination in der Ausübung ihres Berufes.
Text: Anita Bucher
Welches Arbeitszeitmodell würdet ihr euch wünschen? Im Herbst 2021 führte Baukader Schweiz bei Baustellenbesuchen mit den anwesenden Kadern eine Umfrage zu aktuellen und wünschenswerten Arbeitsmodellen durch. Unterstützt wurde die Umfrage durch die Onlineteilnahme von weiteren Polieren. Von den 168 Befragten arbeiten derzeit 97% in Vollzeit.
Vereinbarkeit und Work-Life-Balance
90% der Befragten würden jedoch durchaus die Vorteile einer Teilzeitstelle sehen. Beispielsweise durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine bessere Work-Life-Balance.
Befragt zu den Möglichkeiten am derzeitigen Arbeitsplatz gab ungefähr ein Viertel der Befragten an, dass sie Teilzeit-Arbeit bei ihrem Arbeitgeber als realistisch erachten, insbesondere wenn sie in einem hohen Pensum (80 -90%) umgesetzt wird.
Teilzeit ist möglich, aber aufwendig
Als Stolpersteine auf dem Weg zur Umsetzung werden die aufwendige Kommunikation und Koordination genannt, welche durch das reduzierte Pensum entstehen könnten. Die Hälfte der Befragten hegt zudem die Angst, dass die Qualität der Arbeit darunter leiden und es Unklarheiten bei der Ansprechperson geben könnte.
Regelmässig wird auch das Argument genannt, dass schlicht zu wenig Fachpersonal auf Baustellen vorhanden und Teilzeitarbeit deshalb nicht möglich sei. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer befürchtet zudem, dass ihm bei einem Wechsel zu Teilzeitarbeit Verantwortung entzogen werden könnte.
Die Umsetzung bleibt offen
Arbeitsmodelle sind im Wandel. Aber der Wandel braucht oft Zeit. Baukader Schweiz setzt sich als Berufsverband dafür ein, dass der Baukadervertrag an heutige Bedürfnisse angepasst und auch der Wunsch nach Teilzeitarbeit bei denjenigen Polieren, bei welchen er ein Thema ist, umsetzbar wird. Der Verband wird die Ergebnisse der Befragung an Gesprächen mit dem Schweizerischen Baumeisterverband weiterhin thematisieren damit eine Lösung gefunden wird, wie diesen Bedürfnissen besser entsprochen werden kann.
Beim Wettbewerb zur Umfrage haben gewonnen:
Tobias Hirschi, Langenthal: Taschenbuch für Poliere und Bauführer
Jean-Claude Salzmann, Raron: Rekascheck CHF 50
Tobias Schmid, Neftenbach: Rekascheck CHF 50
Sebastian Harmuttler, Brunegg: Multifunktionswerkzeug „Schneeflocke“
Herzliche Gratulation und vielen Dank für euer Mitmachen!